Tagesgeld vs. Festgeld – Was ist die bessere Geldanlage?

Themen:

  1. Macht es überhaupt einen Sinn, Erspartes als Tagesgeld oder Festgeld anzulegen ?
  2. Wie unterscheiden sich Tagesgeldkonten und Festgeldkonten - Welche Anlageform eignet sich für mich mehr ?
  3. Warum sind die Konditionen so unterschiedlich je nach Bank und Angebot ?
  4. Nachdem ich mich informiert habe, welche persönlichen und sonstigen Kriterien sind zu beachten ?

 

1. Macht es überhaupt einen Sinn, Erspartes als Tagesgeld oder Festgeld anzulegen ?

Ob sich eine Geldanlage als Tagesgeld oder Festgeld vom Grundsatz her lohnt, ist einfach zu beantworten. Es lohnt sich in jedem Fall. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten liest man immer wieder, dass die angebotenen Zinssätze der Banken ja nicht einmal die Inflation wieder ausgleichen. Inflation, das ist einfach gesagt der Wertverfall des Geldes. Mit steigender Inflationsrate können wir für unser Geld weniger käuflich erwerben. Wenn diese Inflationsrate also über den Zinssätzen der Banken liegt bzw. gleich hoch ist, machen wir vereinfacht gesagt trotzdem einen Verlust bzw. haben nur den „alten Wert" des Geldes erhalten - trotz den Zinsen auf dem Festgeld- bzw. Tagesgeldkonto.

Diese Darstellung soll aber niemandem Angst machen. In Deutschland erreichen wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nur selten Inflationsraten über den Zinssätzen der Banken für Tagesgeldanlagen und Festgeldanlagen. Im Jahr 2008 lag die Inflationsrate in Deutschland beispielsweise bei 2,60 % und im Jahr 2007 bei nur 2,20 %, im Gegensatz waren Tagesgeldanlagen mit 4,00 % p.a. sowie Festgeldanlagen mit 5,00 % pro Jahr keine Seltenheit.

Auch ohne den Aspekt der Inflation ist eine Geldanlage immer sinnvoll. Wer nicht zwingend aus das Ersparte zugreifen muss, sollte das Geld für sich arbeiten lassen. Die Deutschen haben ein unheimliches Vermögen auf der "hohen Kante", lassen das Geld aber häufig auf niedrig verzinsten Sparbüchern oder sogar gar nicht verzinsten Girokonten liegen. Der Sicherheitsapsket spielt hier sicherliche für viele Vermögende eine Rolle. Die Hausbank mit dem guten, alten Sparbuch erscheint Ihnen die sicherste Alternative. Wieso Einlagen bei deutschen Banken aber so gut wie in jeder Höhe vollständig abgesichert sind und es keine Bedenken geben muss, zu einer Direktbank zu wechseln können Sie auf dieser Seite nachelesen.

Eines ist sicher - Jeder sollte sich informieren welche Möglichkeiten der Geldanlage in Frage kommen und keineswegs von kleineren Banken zurückschrecken. Für alle die an dieser Stelle zweifeln wie kurzfristig sie doch über die Rücklagen verfügen müssen um z.B. eine teure Neuanschaffung zu tätigen, ist die Möglichkeit eines Tagesgeldkontos genau das Richtige.

 

2. Wie unterscheiden sich Tagesgeldkonten und Festgeldkonten - Welche Anlageform eignet sich für mich mehr ?

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Tagesgeldkonto und einem Festgeldkonto ist die Flexibilität, also die Verfügbarkeit des Guthabens. Wie der Name Tagesgeld schon sagt, können sich die Konditionen täglich ändern. Sowohl der Anleger ist berechtigt, jeden Tag über einen Teil oder die gesamte Einlage zu verfügen. Auf der anderen Seite darf die Bank den Zinssatz auch täglich anpassen, also senken oder erhöhen. In der Praxis geschieht eine Senkung oder Erhöhung nur in viel größeren Intervallen. Mehr zu den Ursachen über die Zinsschwankungen finden Sie im dritten Unterpunkt.

Wenn ein Kunde das Tagesgeldkonto eröffnet hat, erhält er von der Bank eine Kontoverbindung um Geldanlagen per Überweisung zu tätigen. Bei keinem Anbieter für Tagesgeld ist eine Mindestanlage vorgeschrieben, das heißt ein Konto kann auch beliebig lange keine Saldo aufweisen also bei Null stehen. Sobald eine Einlage getätigt worden ist, wird das Guthaben mit dem variablen Zinssatz für Tagesgeld verzinst. Mit viel Pech eröffnet ein Kunde ein Tagesgeldkonto und kaum ist sein Antrag bearbeitet ist der Zinssatz schon wieder gesenkt worden. Es steht dem Kunden allerdings auch frei, das Geld sofort wieder abzuziehen und auf einem anderen Tagesgeldkonto zu anzulegen. Die Eröffnung von Tagesgeldkonten ist in allen Fällen kostenfrei und bedarf keiner Bonitäts- oder Schufaprüfung. Es ist also möglich bei verschiedenen Banken ein Tagesgeldkonto zu eröffnen und das Geld beliebig zu verteilen.

Für jedes Tagesgeldkonto wird auch ein Referenzkonto angegeben. In den meisten Fällen wird hierfür das eigene Girokonto genutzt. Per Überweisung kann dann jederzeit verfügbares Guthaben vom Tagesgeldkonto auf das Referenzkonto überwiesen werden. Dieser Vorgang benötigt meistens zwischen 1 - 4 Bankarbeitstagen.

Der Zinssatz für ein Tagesgeldkonto ist natürlich immer per annum (p.a.), also pro Jahr angegeben. Dennoch ist zwei bei unterschiedlichen Tagesgeldkonten mit einem Zinssatz von beispielsweise 4,00 % nicht automatisch mit der selben Rendite zu rechen. Der Grund hierfür liegt bei den Intervallen für Zinsausschüttung. Die meisten Banken schreiben die Zinsen vier mal im Jahr gut, also vierteljährlich. Es gibt aber auch Banken die zwölf mal im Jahr (monatlich) oder ein mal im Jahr (jährlich) Zinsen gutschreiben. Das besagte Tagesgeldkonto mit der Verzinsung von 4,00 % weist am Ende des Jahres den höchsten Kontosaldo auf, wenn die Zinsen monatlich gutgeschrieben wurden. Dieser Zinseszins-Effekt ist bei vierteljährlicher Gutschrift schon deutlich geringer und bei jährlicher Gutschrift auf ein Jahr gesehen gar nicht vorhanden.

Man sollte diesen Unterschied jedoch nicht überbewerten, eine jährliche Verzinsung von 4,00 % wird bei monatlicher Zinsgutschrift nur zu einer Effektiv-Rendite von 4,XX %. Leider gibt es bei der Zinsangabe der Banken oft Missverständnisse bei den Kunden. Ein im Januar bei 4,00 % Zinsen eröffnetes Tagesgeldkonto, das nach einer Zinssenkung seitens der Bank ab Juli nur noch mit 2,00 % verzinst wird, wird auch nur für die Zeit von Juli bis Dezember mit 2,00 % verzinst. Die ersten 6 Monate von Januar bis Juni wird das gesamte Guthaben mit 4,00 % verzinst. Es ergibt sich also eine durchschnittliche Rendite im Jahr von genau 3,00 %. Bei mehreren Zinssenkungen oder Erhöhungen ist dieses Beispiel gleich anzuwenden. Selbst Schwankungen innerhalb einer Woche werden also berücksichtigt und täglich abgerechnet.

Wie Sie sehen, ist Tagesgeld eine sehr flexible und unkomplizierte Geldanlage. Die Vorteile liegen klar auf Hand, auf der anderen Seite ist der Zinssatz nicht garantiert wodurch eine genaue Rendite-Berechnung auf ein Jahr nicht möglich ist.

Eine Festgeldanlage funktioniert deutlich anders. Auch hier gibt der Name schon Aufschluss auf das wesentliche Merkmal der Geldanlage Festgeld. Der Zinssatz für die Festgeldanlage ist nämlich festgeschrieben und für die gewählte Laufzeit konstant. Zuerst einmal ist die Eröffnung eines Festgeldkontos wie beim Tagesgeld kostenlos. Es können beliebig viele Festgeldkonten bei verschiedenen Banken eröffnet werden und es bedarf ebenfalls keiner Bonitäts- oder Schufaprüfung.

Für die Eröffnung muss allerdings ein Anlagebetrag ausgewählt werden, der auch definitiv eingezahlt werden muss. Andernfalls wird von der Bank kein Konto eröffnet. In vielen Fällen wird dieser Anlagebetrag durch Lastschrift vom einem Konto eingezogen, das beim Kontoantrag angegeben wird. Hin und wieder muss der Betrag jedoch auch überwiesen werden und erst nach Geldeingang wird von der Bank die Eröffnung des Festgeldkontos bestätigt. Die Mindestanlagesumme variiert bei den Banken und fängt gegenwärtig bei 500 € an und geht bis zu 5.000/10.000 €. Bei einer Mindestanlage von 2.500 € kann kein Festgeldkonto eröffnet werden, wenn nur 2.000 € verfügbar sind. Ein Betrag in Höhe von 2.700 € in natürlich ohne Probleme möglich.

Nach oben hin ist bei vielen Banken keine Grenze gesetzt, dass heißt es kann jede beliebige Summe die über dem Mindestanlagebetrag liegt angelegt werden.Bei der Laufzeit gibt es auch eine Reihe von Unterschieden zwischen den Banken. Normalerweise versteht man unter einer Festgeldanlage eine Laufzeit von mindestens einem Jahr. Für gewöhnlich sind Laufzeiten zwischen einem und bis zu sechs Jahren als normal anzusehen. Es finden sich jedoch auch Festgeld-Angebote mit Laufzeiten zwischen 30 Tagen und 180 Tagen, welche meistens nur sehr geringe Zinsen bieten. Die höchsten Zinssätze sind derzeit mit Laufzeiten von
4 - 5 Jahren zu erzielen. Der Grund hierfür ist die Planungssicherheit für die Bank. Unter Punkt 3 erfahren Sie mehr über dieses Thema.

Ein weiterer Unterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld findet sich bei der Zinsgutschrift. Wie bereits erwähnt, variieren die Intervallen für Zinsgutschriften bei Tagesgeldkonten stark. Auf einem Festgeldkonto werden die Zinsen grundsätzlich immer nach jedem abgelaufenen Jahr, oder aber am Ende der Laufzeit gutgeschrieben. Das bedeutet wenn die Laufzeit weniger als 1 Jahr beträgt, erfolgt die Zinsgutschrift am Ende der Laufzeiten ( z.B. Nach 6 Monaten ). Bei einer Anlagezeit von mehreren Jahren erfolgt die Zinsgutschrift nach jedem Jahr. Wenn beispielsweise ein Betrag in Höhe von 10.000 € für 5 Jahre angelegt wird, erfolgen auch insgesamt fünf Zinsgutschriften.

In den meisten Fällen erfolgt diese Zinsgutschrift direkt auf das Festgeldkonto selbst, so dass sich der Anlagebetrag bereits nach einem Jahr geringfügig erhöht hat und der Sparer vom Zinseszins-Effekt profitiert. Die tatsächliche Rendite am Ende der Laufzeit (Effektiv-Rendite) ist dann etwas höher.Bei einigen Angeboten wird neben dem Festgeldkonto noch ein so genanntes Verrechnungskonto eröffnet. Diese fungieren ähnliche wie Tagesgeldkonten und dienen lediglich dem Zweck der Zinsgutschrift. Der Anlagebetrag auf dem Festgeldkonto bleibt so immer gleich und die gutgeschriebenen Zinsen werden auf dem Verrechnungskonto verzinst. Vorteil kann die frühere Verfügbarkeit der Zinsen sein, meistens wird jedoch eine höhere Rendite erzielt wenn die Zinsen jedes Jahr dem Festgeldkonto gutgeschrieben werden und im darauf folgenden Jahr mitverzinst werden.

Wer sich jetzt immer noch nicht sicher ist, welche Anlageform sich mehr für ihn eigenen würde, kann unter Punk 4 mehr über die persönlichen Kriterien lesen die unbedingt beachtet werden sollten bei einer Geldanlage als Tagesgeld oder Festgeld.

 

3. Warum sind die Konditionen so unterschiedlich je nach Bank und Angebot ?

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Konditionen für Tagesgeld- und Festgeldanlagen bei den Banken. Auch hier müssen wir zunächst einmal zwischen Tagesgeld und Festgeld unterscheiden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Wie bereits im zweiten Kapitel erklärt, ist ein Tagesgeldkonto eine sehr flexible Geldanlage bei der man jederzeit über das Ersparte verfügen kann. Die Vorteile für den Anleger liegen klar auf Hand, schliesslich kann er ohne Kündigungsfristen sofort über das Geld verfügen und es anderweitig verwenden.

Für die Banken stellt dieser Aspekt aber einen grossen Nachteil da, weil sie theoretisch damit rechnen müssen, dass der Anleger das Geld wieder abzieht. Zum einen kann die Bank dann nicht mit dem Geld "arbeiten", zum anderen könnte ein Liquiditätsengpass entstehen wenn ein Großteil der Kunden das Geld wieder abhebt. Auf Grund dieser Tatsache sind die Zinsen für Tagesgeldkonten in der Regel niedriger als auf Festgeldkonten. Letztere bieten nämlich keine Flexibilität und somit eine Planungssicherheit für die Bank. Wenn der Kunde einen Betrag in Höhe von 5.000 € für 3 Jahre anlegt, kann die Bank sicher sein für den genannten Zeitraum über die Einlage vefügen zu können und mit dem Geld arbeiten zu können. Der Kunde "erkauft" sich also durch die fehlende Verfügungsmöglichkeit bei einer Festgeldanlage höhere Zinsen.

Auf diese Weise ist der Unterschied zwischen Konditionen für Tagesgeld- und Festgeldanlagen grundsätzlich zu erklären. Aber auch von Bank zu Bank, obwohl es sich um die selbe Art der Geldanlage handelt, sind die Angebote sehr verschieden. Man könnte meinen der Zinssatz für eine zweijährige Festgeldanlage müsste bei allen Banken wenigstens ähnlich hoch sein, in der Praxis lässt sich diese Vermutung aber häufig nicht bestätigen. Banken haben unterschiedliche Geschäftsschwerpunkte und benötigen somit auch unterschiedlich viel oder wenig Liquidität, also Sichteinlagen der Kunden. Besonders im Jahr 2008 konnte man erkennen, welche Banken auf Grund der Finanzkrise dringend frisches Kapital benötigten und welche Banken weniger betroffen waren. Ein sehr hoher Zinssatz für Tagesgeld, der deutlich über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt, ist ein Zeichen für eine Neukunden-Offensive der Bank um den Liquiditätsbedarf zu decken. Natürlich ist dieses System sehr vereinfacht dargestellt und in der Praxis spielen viele weitere Faktoren eine Rolle um zu erklären, weshalb Banken deutlich bessere und deutlich schlechtere Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld anbieten.

Weiterhin muss man bei Tagesgeldanlagen zwischen dem Normalzins und dem Aktionszins unterscheiden. Häufig wird mit einem hohen Zinssatz geworben der aber nur für eine gewisse Dauer oder bis zu einem bestimmten Datum gültig ist. So bietet eine Bank beispielsweise hohe 4,00 % Tagesgeldzinsen an, aber nur für 6 Monate und auch nur für Beträge bis 10.000 €. Hierbei handelt es sich allerdings nur um ein Beispiel. Andere Banken werben mit hohen Zinssätzen bis zu einem gewissen Datum. In beiden Fällen ist der Zinssatz für die Zeit nach Ablauf der Aktion häufig sehr niedrig. Die Banken locken somit neue Kunden an und hoffen, dass die Gelder auch nach dem Aktionszeitraum nicht von den Anlegern abgezogen werden. Schliesslich kann eine Bank mit dem Geld deutlich mehr Geld erwirtschaften als der Kunde dann an Zinsen gezahlt bekommt. Jeder Interessent für ein Tagesgeldkonto sollte vorher einen Tagesgeldvergleich einholen und genau prüfen, ob sich das Angebot lohnt.

Abschließend kann gesagt werden, das Aktionszinssätze bei Tagesgeldangeboten natürlich lohnenswert sind und auch in Anspruch genommen werden sollten. Nach Ablauf der Aktion sollte aber auch ein weiterer Vergleich gemacht werden um das Geld gegebenfalls auf ein anderes Konto umzuschichten. Diesen Vorteil der Flexibilität gibt es nur für Tagesgeld. Einen leicht zu bedienenden Zinsrechner für Tagesgeld- und Festgeldangebote gibt es auf der Seite Direkt-Bank.net unter der jeweiligen Produktkategorie. Sie können hier den gewünschten Anlagebetrag eingeben und sehen genau, wieviel Zinsertrag jedes einzelne Angebot erwirtschaften würde. Sie müssen sich also nicht selber die Mühe machen, die Angebote inklusive der komplizierten Aktionszeiträume durchzurechnen.


4. Wenn ich mich über verschiedene Angebote informiert habe, welche persönlichen und sonstigen Kriterien sind zu beachten ?

Nachdem Sie nun schon einiges über die Unterschiede zwischen Festgeld und Tagesgeld erfahren haben, können Sie in diesem Kapitel nocheinmal über die persönlichen Kriterien lesen, die Sie bei der Auswahl eines Angebots beachten sollten. Als erstes sollten Sie sich entscheiden, ob Sie Ihr Geld für höhere Zinsen bei einem Festgeldangebot "wegschliessen" können oder ob Sie es lieber auf einem etwas niedriger verzinsten Tagesgeldkonto parken. Vielen Leuten ist es nämlich wichtig, jederzeit an Ihr Geld zu gelangen.

Nach dieser Entscheidung sollten Sie für ein Tagesgeld- bzw. Festgeldangebot die folgende Kriterien beachten:

Tagesgeld

 

Festgeld

 

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