Einlagensicherung

Deutsche Banken und das Thema Einlagensicherung - Wie sicher sind meine Einlagen eigentlich?

Hätte man vor dem Jahr 2008 eine repräsentative Umfrage bei Bankkunden zum Thema Sicherheit Ihrer Einlagen gemacht, so wäre die häufigste Antwort wohl ein Schulterzucken gewesen. Deutsche Banken - das funktioniert seit Jahrzehnten und bisher ist kaum jemand auch nur ein Euro abhanden gekommen. Obwohl es durchaus auch in der Vergangenheit einige Beispiel gab, wo Banken zahlungsunfähig wurden und die Einlagen der Kunden nicht zurückbezahlt werden konnten. Das Thema Einlagensicherung wurde erst mit der Finanzkrise und den beispiellosen Bankenproblemen so richtig präsent. Heute legen die Banken besonders wert darauf das die Sicherheit der Kundeneinlagen in den Werbemitteln zu anzupreisen. Auf kaum einer Bankenseite fehlt das Thema Einlagensicherung heute noch. Wie genau das bei den verschiedenen Banken funktioniert, soll im Folgenden genauer beschrieben werden.


1. Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) (gesetzliche Einlagensicherung)

Funktion: In dieser Einrichtung sind alle Banken in privater Rechtsform Mitglieder. Dazu gehören natürlich auch alle namenhaften Großbanken wie Deutsche Bank, Dresdner Bank, Postbank, Commerzbank oder Citibank. Eine erschöpfende Liste der Mitglieder finden Sie auf der Internetseite der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) gehören alle Deutschen Banken, die in Deutschland das Einlagengeschäft in privater Rechtsform betreiben, per Gesetz automatisch der Entschädigungseinrichtung an.

Höhe der Einlagensicherung: Der Schutzumfang ist in EAEG § 4 und § 5 geregelt. Die EdB schützt Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 € pro Kunde und Bank. Diese Regelung ist zum 01. Januar 2010 in Kraft getreten, als Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise. Am Anfang der Wirtschafts- und Finanzkrise waren lediglich 90 % der Einlage, maximal jedoch 20.000 € gesetzlich abgesichert. Dieser 10 % so genannte Selbstbehalt als auch die Sicherungsgrenze in Höhe von 20.000 € sind zum 01.07.2009 abgeschafft worden und die neue, rechtlich einklagbare Summe von von 50.000 € ersetzt worden. Seit dem 01.01.2010 sind in Deutschland nun 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich zu 100% abgesichert.

 

2. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Funktion: Alle Banken aus Punkt 1 die gesetzlich Mitglied in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken sind, können darüber hinaus freiwillig im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken mitwirken. Dieser Fonds springt ein, wenn die zu ersetzende Kundeneinlage die Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung übersteigt. Fast sämtliche bekannte Banken in privater Rechtsform sind Mitglied in diesem Verband und sicher dadurch die Einlagen Ihrer Kunden in weitaus höheren Bereichen ab als gesetzlich vorgeschrieben. Die Sicherungsgrenze Ihrer persönlichen Banken können Sie auf dieser Seite des BdB in Erfahrung bringen.  Einlagensicherung über den Fonds des BdB am Beispiel der Postbank und der Targobank: Postbank - ca. 1,21 Milliarden € pro Kunde. Citibank - ca. 220 Millionen € pro Kunde.

Im Faller einer Bankenpleite der o.g. Instituten würde ein Kunde mit einer Einlage in Höhe von 300.000 € wie folgt entschädigt werden: 

  • Entschädigungseinrichtung deutscher Banken: 100.000 €
  • Einlagensicherungsfonds Bundesverband deutscher Banken: 200.000 €

Höhe der Einlagensicherung: Die Sicherungsgrenze der jeweiligen Banken liegt bei 30 % des haftenden Eigenkapitals. Für die meisten Anleger bedeutet das einen vollständigen Schutz Ihrer Einlagen, da das Mindestkapital einer Bank in Deutschland bei 5 Millionen € liegt. In unserer Bankenübersicht sind die Sicherungsgrenzen aller aufgeführten Banken angegeben.

 

3. Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Funktion: In dieser Einrichtung sind alle Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken vertreten. Hierzu gehören insbesondere alle Volksbanken, Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken und kirchliche Kreditgenossenschaften. Eine erschöpfende Liste aller Mitglieder finden Sie auf der Seite des BVR.

Höhe der Einlagensicherung: Die Kundeneinlagen bei allen Instituten dieses Verbundes sind in voller Höhe und ohne betragliche Begrenzung abgesichert. Nur wenn ein Institut so in Schwierigkeiten gerät, das es sich selbst nicht mehr sanieren kann, tritt der Garantiefonds in Erscheinung und finanziert die notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Mit diesem Link erhalten Sie weitere Informationen zur Sicherheitseinrichtung des BVR.

 

4. Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe

Funktion: In diesem Haftungsverbund sind alle deutschen Sparkassen sowie deren Tochterunternehmen integriert. Das System besteht aus insgesamt drei Säulen. Den 11 Sparkassenstützungsfonds der regionalen Sparkassen- und Giroverbände, der Sicherungsreserve der Landesbanken/Girozentralen und dem Sicherungsfonds der Landesbausparkassen. Weitere ausführliche Informationen zu allen in diesem System eingebundenen Institute finden Sie auf der Seite des Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe

Höhe der Einlagensicherung: Die Kundeneinlagen bei allen Instituten dieses Verbundes sind in voller Höhe und ohne betragliche Begrenzung abgesichert. Zuerst besteht ein überregionaler Ausgleich zwischen den 11 Sparkassenstützungsfonds der regionalen Sparkassen- und Giroverbände. Dieser Fal tritt wenn ein regionaler Sparkassenverband eine Sanierungsmaßnahme nicht mehr alleine tragen kann. Weitere Informationen zur Funktion des Haftungsverbundes finden Sie auf dieser Seite des Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe


 

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